Aus Alt mach neu: Altbausanierung von Wohnungen

Gehören auch Sie zu den Menschen, die dem Charme von Altbauwohnungen verfallen sind? Meterhohe Decken, wunderschöner Stuck, verspielte Hausfassaden und Mauerwerkswände: Der Altbau erfreut sich gerade in Berlin einer immer größeren Beliebtheit.

Begehrt sind die geschichtsträchtigen Wohnungen vor allem deshalb, weil sie immer eine besondere Atmosphäre ausstrahlen, elegant und stilvoll wirken. Gleichzeitig punkten sie oft mit einer sehr guten Lage, weil sie vor langer Zeit entstanden sind und die Infrastruktur um sie herum immer weiter ausgebaut wurde. Doch nicht selten wird die Freude über das wunderschöne Zuhause von hohen Energiekosten oder fehlendem Feuchtigkeitsschutz getrübt. Wer also eine Altbauwohnung erbt oder kauft, sollte sich auch Gedanken darüber machen, sie zu sanieren. Welche Gründe dafür sprechen, worauf Sie dabei besonders achten sollten und welche Irrtümer es über Altbausanierungen gibt, lesen Sie hier.

Von dekorativ bis praktisch: die Gründe für eine Altbausanierung

Als Altbau werden typischerweise Immobilien betrachtet, die etwa bis zum zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Ihre lange Geschichte sieht man ihnen aufgrund ihrer besonderen Bauweise also an. Aber leider auch ihre Schwächen – wenn auch nicht immer auf den ersten Blick. Denn die Art, wie früher gebaut wurde, ist nicht mehr zeitgemäß, die Materialien von früher wurden durch moderne Stoffe wie Isolierglasfaser, Betonwände und Betondecken abgelöst. Und selbst das, was vor mehreren Dekaden noch gut aussah oder gut funktionierte, tut es heute durch den natürlichen Verfall nicht mehr.

Die Gründe für eine Altbausanierung können also ganz vielfältig sein. Häufig geht es um eine Verschönerung wie z.B. Maler- oder Fliesenarbeiten. Nicht selten muss bei der Altbausanierung der Fußboden auf Vordermann gebracht werden. Das betrifft dann nicht den Belag, sondern auch die Unterkonstruktion. Wenn da bereits Risse oder Setzungen vorliegen, kann es sich negativ auf den Bodenbelag auswirken. Die Entscheidung für eine neue Unterkonstruktion hat aber auch noch weitere Vorteile, weil nun auch Schall- und Wärmeschutz bedacht werden kann, was für höheren Wohnkomfort sorgt.

Den Komfort durch Altbausanierung steigern kann man auch durch eine bessere Raumnutzung oder Barrierefreiheit, die auch alters- und behindertengerechtes Wohnen erlaubt. Vor allem aber spielt hier die Energieeffizienz eine große Rolle. Fehlt sie, wird nicht nur die Lebensqualität negativ beeinflusst, sondern auch die Energiekosten in die Höhe getrieben. Veraltete Heizungsanlagen sowie undichte Fenster und Türen gehen ordentlich ans Portemonnaie. Energetische Sanierung wie Fenster- und Türensanierung sowie Erneuerung von Heizungsanlagen und Wärmedämmung schafft hier Abhilfe. So lohnt sich bei Fenstern der Tausch gegen die zweifach, bei gedämmter Fassade auch dreifach verglaste Kunststoffvariante. Auch die Fassadendämmung und der Einbau moderner Heizung senken den Energiebedarf erheblich.

Oft steht bei einer Altbausanierung außerdem die Erneuerung von Elektro-, Wasser- und Sanitärinstallationen auf dem Plan, gerade wenn Leitungen marode werden und durch neue ersetzt werden müssen. Im Zuge dessen wird oft auch die Badsanierung und -modernisierung angegangen, inklusive der Montage einer neuen Badezimmereinrichtung wie Badewanne, Waschbecken und Waschtisch: Investitionen, die sich lohnen können, aber auch gut geplant werden müssen.

Ob Energieeinsparung durch neueste Baustandards, eine bessere Raumnutzung oder attraktivere Gestaltung der Innenräume: Eine gut sanierte Altbau-Wohnung bietet eine größere Lebensqualität und kann, sofern es sich um eine eigene Immobilie handelt, eine gute Kapitalanlage sein. Denn durch Sanierung steigt sie deutlich im Wert, was gemessen an der Miet- und Kaufpreisentwicklung eine finanzielle Absicherung für den Besitzer darstellt.

Altbausanierung: Planung auf sicherem Fundament

Nicht nur die Gründe für eine Altbausanierung sind vielfältig, sondern auch die Faktoren, die man bei der Planung bedenken sollte. Denn wird eine Sanierung nicht sorgfältig geplant oder zu leichtfertig angegangen, kann sie sich schnell als ein Fass ohne Boden erweisen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie besonders achten sollten.

Lageanalyse

Um einen nachhaltig wirtschaftlichen Umbau gewährleisten zu können, ist die Lage-Analyse im Vorfeld besonders wichtig. Sie gibt Aufschluss darüber, wieviel gemacht werden muss. Verschönerungsarbeiten, energetische Sanierung oder ein größerer Umbau? Je nach Vorhaben gestalten sich nicht nur die Preise unterschiedlich, sondern sind auch verschiedene Profis gefragt oder andere Anträge zu stellen.

Richtiges Team

Die typischen Altbaumerkmale zu erhalten, die die Wohnung so besonders machen und dabei die Immobilie aufzuwerten und zu modernisieren, ist ein Spagat, den nur ein gut zusammengestelltes Team aus Profis bewerkstelligen kann. Wichtig ist, einen Anbieter zu finden, der einen bei Bauberatung, -planung und -leitung unterstützt. Schließlich handelt es sich bei der Altbausanierung um einen sehr komplexen Bereich, der verschiedene Sanierungsmaßnahmen beinhaltet. Je nach Projekt kann also die Unterstützung von Handwerkern, Innenarchitekten, Bau- und Projektleitern sowie Baustatikern notwendig sein.

Bauantrag

Der Bauantrag ist immer dann nötig, wenn ein größerer Umbau bevorsteht, tragende Bauteile betroffen sind oder die Außenansicht verändert wird. Doch auch wenn Nebenräume wie Dachböden oder Souterrain zu Wohnräumen umgebaut werden und somit eine Nutzungsänderung vorliegt, muss eine Genehmigung erteilt werden.

Ökologische Altbausanierung

Die ökologische Altbausanierung erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Ob Dämmung oder Wandanstrich: Viele Kunden schauen immer genauer auf die einzusetzenden Stoffe. Naturbaustoffe und ökologische Baumaterialien können nicht nur einen besseren Wärme- und Schallschutz bieten, sondern tragen auch zu einem gesunden Raumklima bei, weil sie feuchtigkeitsregulierend wirken und Schimmel vorbeugen.

Kosten und Einsparmöglichkeiten

Je nach Art der Sanierung können die Arbeiten sehr kostenintensiv ausfallen. Ein Grund mehr, sich über mögliche Einsparungen zu informieren. Gerade bei energetischer Sanierung bieten hier staatliche Fördermittel eine große Entlastung. Auch steuerliche Vergünstigungen und zinsgünstige KfW-Darlehen können dabei helfen, die Sanierungskosten zu senken.

Auf dem Holzweg: die gängigsten Irrtümer über Altbausanierung

Eine Altbausanierung macht in vielen Fällen einen Sinn. Nichtsdestotrotz reihen sich viele Mythen rund um die Sanierung von Altbauwohnungen. Das sind die gängigsten Irrtümer:

Denkmalgeschützte Wohnungen können nicht energetisch saniert werden

Richtig ist, dass bei denkmalgeschützten Häusern die Außenfassade meistens erhalten werden muss. Eine energetische Sanierung muss dadurch jedoch nicht entfallen. Stattdessen kann auf Innendämmung zurückgegriffen werden, die auch den Dämmwert der Außenfassaden stärkt. Auch das Einsetzen von neuen Isolierglasfenstern erhöht die Energieeinsparung enorm.

Altbausanierung ist kaum zu bezahlen

Auch wenn die Sanierung von alten Wohnungen ordentlich ans Portemonnaie gehen kann, muss diese Behauptung nicht zutreffen. Hier gilt es vor allem zu prüfen, durch welche Fördermittel und steuerliche Vergünstigungen die Kosten gemindert werden können. Außerdem gilt es zu bedenken, dass eine fachgerecht durchgeführte energetische Sanierung die angefallenen Kosten mit der Zeit wieder einspart.Schließlich steigert man mit einer Sanierung auch den Wert der Immobilie, wobei diese Wertsteigerung oft weit über den getätigten Ausgaben liegt.